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	<title>Pointe Digital &#8211; Bundesvereinigung Kabarett e.V.</title>
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		<title>&#8222;POINTE&#8220; Digital Juni 2025</title>
		<link>https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/2025/06/30/pointe-digital-juni-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jun 2025 13:01:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Pointe Digital]]></category>
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					<description><![CDATA[Foto: Paula Jakob<br>
Meinungsfreiheit - eine Ranrede]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left">Philipp Schaller<br><strong>Meinungsfreiheit &#8211; eine Ranrede</strong><br><br>Vorab: Den <a></a>Ist-Zustand der Meinungsfreiheit in eindeutigen Worten beschreiben, ist für mich unmöglich. Ich werde mich also ranreden müssen. »Ranreden«, das ist eine eingestaubte Übung in einer Zeit, in der die schnellste Meinung zählt. Sich ranreden, das ist eine Zumutung. Für Schreiber und Leser. Ranreden, das ist wie wandern im Hochgebirge. Im Nebel. Ohne Karte. Mit Umwegen, Irrwegen, Abgründen und Sackgassen.</p>



<p><br></p>



<p>Also dann! Rede ich mich mal ran.<br></p>



<p>Wenn ich als Kabarettist auf der Bühne stehe, merke ich: Die Zuschauer sind empfindlich geworden. Jedenfalls spüre ich andere Empfindlichkeiten als früher. Vor allem bei Zuschauern, die an den ideologischen Rändern stehen, egal ob rechts, links, quer oder im grünen Gefechtsstand. Ein falscher Satz &#8211; und es hagelt Beschimpfungen per mail und google. Ich war schon Rassist, AfD-nah, Schlafschaf, linke Zecke und Putins Nutte.<br></p>



<p>Ich erzähle das nicht, weil ich mich für besonders mutig halte. Als Kabarettist habe ich es auszuhalten, wenn mir Widerspruch und Beschimpfung entgegenschlägt, auch unter der Gürtellinie. Ich erzähle das, weil Meinungen zunehmend gar nicht mehr mit Argumenten, sondern nur noch mit Beschimpfungen beantwortet werden. Nicht das Gesagte, sondern der Mensch wird in Frage gestellt. Ein Gegenargument würde ja Zuhören voraussetzen. Stattdessen wird schon nach Munition gesucht, wo noch gar kein Ziel ausgemacht ist.<br></p>



<p>Noch schlimmer wird es, wenn die Beschimpfung ausbleibt und stattdessen das Unverständnis des Gegenübers mir angelastet wird.<br></p>



<p>Beispiel: Als ich mal auf der Bühne Frau Baerbock kritisierte, war ein Freund darüber so wütend, dass er mich hinterher anfauchte: »Ich verstehe dich nicht! Ich versuche es ja! Aber ich verstehe dich einfach nicht!« Er versteht mich nicht, also kann mit mir etwas nicht stimmen. Er versteht mich nicht und macht das zu meinem Problem. Er versteht mich nicht, hat aber keine Frage. Er versteht mich nicht und hält das schon für eine Meinung.<br></p>



<p>Weg von mir: Wie oft mussten die »Rückschrittlichen« unter den Ostdeutschen schon lesen, dass die »Fortschrittlichen« unter den Westdeutschen sie einfach nicht verstehen? Wie können sie so falsch wählen, wie können sie Windräder ablehnen, warum gendern sie nicht und warum glauben sie, ihre Meinung nicht frei sagen zu können! Wie können sie nur! Sie verstehen es nicht und halten das schon für eine Meinung.<br></p>



<p>Der Dokufilmer Matthias Schmidt hat etwas Ungeheuerliches gewagt. Er ist durch Ostdeutschland gereist und hat einfach mal nachgefragt. Sein Film »Wut. Eine Reise durch den zornigen Osten« verzichtet auf eine einordnende Kommentarspur, die die Antworten ins »rechte Licht« rückt. Dass ich das Fehlen des hospitalisierenden Kommentars schon für eine Sensation halte, das allein erzählt schon etwas über unsere Debattenkultur. Die einfache, die nicht wertende Frage »Warum«, nicht gestellt an selbsternannte Experten, sondern an einfache Bürger aus Borna und Pirna. Einfache Menschen geben die aus ihrer Lebensrealität gewonnenen Antworten. Dieses journalistische Extremexperiment muss zu Sorgenfalten auf den Stirnen mancher Redakteure geführt haben.<br></p>



<p>Nichtverstehen als Meinung.<br></p>



<p>Wie oft hielt ich selbst es schon für mitteilenswert, dass ich nicht verstehe, warum so viele US-Bürger Donald Trump wählen &#8211; wie oft beließ ich es dabei. Habe mich daran gewärmt, wenn ich mich mit meinem Nichtverstehen von anderen Nichtverstehern verstanden fühlte. Nichtverstehen als Meinung &#8211; eingeübtes Bestätigungsritual quer durch alle politischen Lager. Nichtverstehen von Männern in Schlauchbooten, die Frau und Kinder verlassen &#8211; wie können sie nur! Nichtverstehen von Menschen, die sich auf die Straße kleben &#8211; wie können sie nur! Immer wieder Nichtverstehen als Meinung &#8211; und immer wieder hülfe die einfache Frage »Warum«. Dann fragt halt nach!<br></p>



<p>Wenn Nichtverstehen nicht zum Nachfragen führt, ist das ausschließlich unser Problem. Das sollten wir unseren Therapeuten erzählen, uns aber nicht mehr öffentlich für unser Unverständnis bewundern lassen.</p>



<p><br></p>



<p>Wie gesagt: Mut hat mit meiner Arbeit nichts zu tun. Mut hatte die Lehrerin, die bei einer Meißner Demo zum Ukrainekrieg die einfache Frage ins Mikro stellte: »Wie sollen wir unsere Kinder zum Frieden erziehen, wenn die Gesellschaft kriegstüchtig werden soll?« Buhrufe aus dem Publikum. »Erzähl das Putin!« Manche forderten brüllend, der Rednerin das Mikro wegzunehmen. So eine einfache Frage, so ein Gebrüll.<br></p>



<p>Ich könnte es mir einfach machen und schreiben: »In Deutschland darf jeder frei seine Meinung sagen«. Manch ein Leser hätte sicher seinen Spaß. Der Satz ist ja auch lustig. Aber glauben wir das wirklich? In dieser Absolutheit? Ja, wir haben Meinungsfreiheit. Ja, jeder darf seine Meinung sagen. Und die Kindergartenregel zwingt mich, hinzuzufügen: Nein, niemand wird für seine Meinung eingesperrt. Ja, wir leben besser als im Iran. Und weil ich besonders schlau bin, sage ich auch noch, dass natürlich jeder seine Meinung sagen darf, aber &#8211; Achtung, Hammerargument &#8211; mit Widerspruch rechnen muss.<br></p>



<p>Zwei Fragen.<br></p>



<p>Erste Frage: Was ist Widerspruch? Beschimpfung? Unterstellung?<br></p>



<p>&#8222;Wenn einer das sagt, muss er dies sein! Wir wissen ja, von wem es kommt! Ein Sebnitzer, wer hat noch Fragen!&#8220;<br></p>



<p>Und wem jetzt bei »Sebnitzer« zuerst der Dachdecker aus dem Sebnitzer Amtsblatt vom April einfällt, der »keine Bimbos« ausbilden will, der sieht nicht, dass Sebnitz eine Stadt mit zehntausend Einwohnern ist. Unser Finger ist zu schnell am Abzug! Bevor wir unser Gewehr auf andere Menschen abfeuern, sollten wir da nicht wenigstens einmal fragen: »Wer da?« Welche Erfahrungen hast du gemacht? Wer im Souterrain nach Norden raus wohnt, hat eine andere Sicht als jemand, der aus der Beletage heraus nach Süden blickt. Und wir tun immer so, als könne jeder einfach in die Beletage ziehen.<br></p>



<p>Früher haben wir sonntags unsere Autos geputzt. Heute putzen wir unsere Feindbilder &#8211; in jeder freien Minute. Dabei müssen wir uns nicht einmal nass machen. Das geht bequem mit dem Daumen auf dem Display. Wir schenken Herzen an Gleichdenker und feuern unsere Meinungen unter die Beiträge von Andersdenkern. Vielleicht sollten wir das Feuer einstellen. Vielleicht sollten wir dazu übergehen, unsere Meinung in den Raum zu stellen, wie eine sonderbare Plastik, damit sie von allen Seiten betrachtet und hinterfragt werden kann. Auch und vor allem von uns selbst. Wir müssten dann um unsere eigene Meinung herumwandern &#8211; und würden uns, wie bei einer sonderbaren Plastik, fragen, ob es sie überhaupt gibt, die »richtige Seite«. Das Problem ist ja: Wer glaubt, auf der richtigen Seite zu stehen, muss zwangsläufig glauben, auch die richtige Sicht zu haben. Wer woanders steht, hat dann keine eigene Sicht. Nein, er »verbreitet Narrative«. Noch so eine Diffamierung.<br></p>



<p>Zweite Frage: Ist es nicht schon ein Problem, wenn laut Umfragen 44 Prozent der Menschen in Deutschland vorsichtig sind, ihre Meinung frei zu äußern? Wir können diese 44 Prozent abtun, wir können sagen: Euer Problem! Und ich sage nicht, dass diese 44 Prozent sich als Opfer fühlen oder darstellen sollten. Ich glaube auch nicht, dass diese 44 Prozent noch nie ihre Meinungen in Kommentarspalten abgefeuert haben. Wir machen ja alle mit. Aber ich frage mich, wie können wir alle dazu beitragen, dass alle Menschen angstfrei reden können? Alle! Linke, Rechte, Grüne. Migranten und Stollberger, Akademiker aus Berlin und Stahlarbeiter aus Riesa. Dass jeder das Recht hat, sich ranzureden. Mit Umwegen, Irrwegen, Abgründen und Sackgassen. Ich plädiere also für eine Meinungsfreiheit im umgekehrten Sinne: Für eine Freiheit von(!) schnellen Meinungen. Was verboten ist, steht ja im Strafgesetzbuch. Alles andere muss angstfrei gesagt werden dürfen.<br></p>



<p class="has-text-align-left">Vielleicht sollten wir einfach mehr lesen. Geschichten von anderen Perspektiven und Abgründen. Geschichten, die uns unsere schnellen Meinungen im Halse stecken bleiben lassen. »Jeder Mensch ein Roman«. Vielleicht gehört die Pflicht zur Neugier unbedingt zum Recht auf freie Meinungsäußerung.<br></p>



<p class="has-text-align-left"><br>(c) Philipp Schaller, Juni 2025<br>Foto: Paula Jakob<br></p>



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<p></p>
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<p><br>&nbsp;</p>
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		<title>&#8222;POINTE&#8220; Digital 05/2022</title>
		<link>https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/2022/05/25/pointe-digital-05-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 May 2022 06:57:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Pointe Digital]]></category>
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					<description><![CDATA[07.05.2022 Die Bundesvereinigung Kabarett im diplomatischen Auslandseinsatz Wenn eine Delegation der Bundesvereinigung Kabarett e.V. (Soviel Zeit muss sein!) nach Wien reist, dann nicht für Sissi und Franzl, Schnitzler oder Schnitzel, sondern um den ältesten Nachwuchskabarettisten Österreichs zu feiern. Und er versteht zu feiern, dass kann man neidlos attestieren. Wolfgang Ronzal feierte mit Freunden seinen 80. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left"><br>07.05.2022</p>



<p><strong>Die Bundesvereinigung Kabarett im diplomatischen Auslandseinsatz</strong></p>



<p>Wenn eine Delegation der Bundesvereinigung Kabarett e.V. (Soviel Zeit muss sein!) nach Wien reist, dann nicht für Sissi und Franzl, Schnitzler oder Schnitzel, sondern um den ältesten Nachwuchskabarettisten Österreichs zu feiern.</p>



<p>Und er versteht zu feiern, dass kann man neidlos attestieren. Wolfgang Ronzal feierte mit Freunden seinen 80. Geburtstag – mit einem Kabarett-Fest am 07. Mai 2022 im Wiener Metropol. Es entstand ein dreistündiges, kurzweiliges Programm mit Künstlern aus Österreich und Deutschland &#8211; eine bunte Mischung aus Comedy und Kabarett. Für die Redaktion der POINTE eine Gelegenheit, auf ein paar Künstler aufmerksam zu machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="600" src="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022.png" alt="" class="wp-image-3195" srcset="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022.png 800w, https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-300x225.png 300w, https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-768x576.png 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure>



<p>Bernd Waldeck aus Marburg greift als Finanzkabarettist das Thema auf, über das man eigentlich nicht spricht – und spielt damit! Zum Beispiel, indem er sein Publikum zu einem finanziellen Coming Out animiert und dazu, vorm Sitznachbarn mal die Hose runter zu lassen. (www.berndwaldeck.de).</p>



<p>Pressekabarett ist das Hoheitsgebiet von Uli Höhmann aus Frankfurt am Main. Gab’s Tote? Eine zentrale Frage. Mit gewohnt sonorer Stimme ließ uns Uli Höhmann im investigativen Interview mit Frau Qwertz &#8211; der Tastatur eines Rechtsradikalen – schonungslos am Leid einer gequälten Seele teilhaben. (<a href="http://www.ulihoehmann.de/">www.ulihoehmann.de</a>).</p>



<p>Wie Österreich die scheibchenweise Abschaffung der Sommerzeit- oder war´s die Winterzeit?-angehen würde, erinnert sehr an die deutsche Politik. Da scheint es große kleinstaatliche Gemeinsamkeiten zu geben. So analysierte zumindest Sebastian Hochwallner in seinem Programmausschnitt (<a href="http://www.facebook.com/hochwallnercomedy/">www.facebook.com/hochwallnercomedy/</a>).</p>



<p>Rainer Markus Wimmer aus Karlsruhe verstand es, mit Gitarre und Stimme das Publikum in seinen Bann zu ziehen und brillierte sogar mit einem Lied der österreichischen Ikone Ludwig Hirsch. Es wurde ihm seufzend gedankt! Rainer Markus Wimmer &#8211; poetischer Liedermacher und Autor. (<a href="http://www.wimmerx.de/">www.wimmerx.de</a>)</p>



<p>Haben sie schon mal über eine Reinkarnationsversicherung nachgedacht? Dann ist Ottmar Kastner, Wirtschaftskabarettist aus Wien, ihr Mann! (<a href="http://www.agenturmartinakapral.at/onstage/otmar-kastner/">www.agenturmartinakapral.at/onstage/otmar-kastner/</a>)</p>



<p>Ebenfalls eine lohnende Empfehlung ist David Stocknreitner aus Wien, der im März den Stuttgarter Besen in Gold gewann. Kabarettistischer Comedian, oder Comedy-Kabarettist? Egal!&nbsp; Bitter böse und dennoch charmant spielt er mit unseren Vorurteilen und lässt uns über diese lachen bis sie uns im Halse stecken bleiben und das Denken beginnen kann. (<a href="http://www.davidstockenreitner.at/">www.davidstockenreitner.at</a>)</p>



<p>Natürlich ließ sich auch Wolfgang selbst nicht bitten und bot Auszüge aus seinem Programm &#8222;Blasentee mit einem Schuss Aperol&#8220;. Die Krux mit dem Alter. Darüber lacht ein Alter Hase und geht dabei in eine Verjüngungskur. (<a href="http://www.ronzal.at">www.ronzal.at</a>).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="436" height="692" src="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-2.png" alt="" class="wp-image-3196" srcset="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-2.png 436w, https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-2-189x300.png 189w" sizes="(max-width: 436px) 100vw, 436px" /></figure>



<p>„Die 3 Extremen“ – Österreichs 1. Offizielle Luftgitarrenband – umrahmten das Programm musikalisch. Auch wenn unsere Delegation da durchaus sprachliche Hürden zu überwinden hatte. Der Saal tobte! (www.die3extremen.at).</p>



<p>Wir hoffen, Euch in der nächsten Ausgabe der Pointe den einen oder anderen Künstler näher vorstellen zu können.</p>



<p>Wolfgang beendete die Show frei nach Brecht: „Machen Sie ihr eigenes Theater, sonst bucht sie keiner.“ Um das nochmal kurz aufzugreifen: Egal wie bekannt oder erfahren ein Künstler bereits ist, im Moment werden Auftrittsmöglichkeiten benötigt. Das von Wolfgang gewählte Format ist dafür gut geeignet. Es wäre super, wenn viele andere Veranstalter, Vereine oder Initiativen dies aufgreifen würden. Und natürlich können die geplagten Veranstalter soviel unternehmen wie sie wollen&#8230; wenn das Publikum aus bleibt, ist alles für die Katz! Also rein in die Theater, in die kleinen wie großen Bühnen. Denkt daran, Künstler und Publikum haben sich sehr vermisst.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="450" height="600" src="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-03.png" alt="" class="wp-image-3197" srcset="https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-03.png 450w, https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/wp-content/uploads/2022/05/Wien2022-03-225x300.png 225w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /><figcaption>Alexandra Broneske und Heiko Röhl waren vorher schon gut drauf!</figcaption></figure>



<p></p>



<p class="has-text-align-left"><br><br><br><br></p>



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<p></p>
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<p><br>&nbsp;</p>
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		<title>&#8222;POINTE&#8220; Digital 03/2022</title>
		<link>https://www.bundesvereinigung-kabarett.de/2022/03/18/pointe-online-03-2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2022 07:59:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pointe Digital]]></category>
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					<description><![CDATA[18.03.2022Sicherlich verfolgen wir alle mit Sorge die derzeitigen Entwicklungen und versuchen, ein jeder für sich, die Ereignisse einzusortieren zu erfassen, persönliche Sichtweisen zu reflektieren und herauszubekommen wie es weitergehen kann/muss. Wir als Kabarettisten haben die Möglichkeit unsere Sorgen und Ansichten auf die uns eigene Art darzustellen und sollten diese auch nutzen. Philipp Schaller hat uns [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left"><br>18.03.2022<br>Sicherlich verfolgen wir alle mit Sorge die derzeitigen Entwicklungen und versuchen, ein jeder für sich, die Ereignisse einzusortieren zu erfassen, persönliche Sichtweisen zu reflektieren und herauszubekommen wie es weitergehen kann/muss. Wir als Kabarettisten haben die Möglichkeit unsere Sorgen und Ansichten auf die uns eigene Art darzustellen und sollten diese auch nutzen. <br>Philipp Schaller hat uns einen Text zugesandt mit dem ausdrücklichen Wunsch, diesen über die Kanäle der Bundesvereinigung Kabarett zu verbreiten. Wir kommen dem insofern gerne nach, als er uns gewissermaßen als Startschuss dient, auf unserer Webseite die digitale „Pointe“ zu füllen. Gleichzeitig regen wir an, diese mit weiteren Beiträgen zu diesem, aber gerne auch zu anderen Themen zu füllen.  Einmischung bleibt weiter unsere Aufgabe.<br><br><br></p>



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<p></p>



<p class="has-text-align-left has-colibri-color-5-background-color has-background"><strong>Zeitenwende</strong> &#8211; Ein Text von Philipp Schaller<br><br>Endlich Krieg. Ich konnte das Wort » Corona« wirklich nicht mehr hören. Corona hatte unser Land lange genug gespalten, in Impfgegner und Haltung-Zeiger, in Schlafschafe und Covidioten, in Spaziergänger und An-die-Maske-Erinnerer.<br>Allein in meinem Freundeskreis gab es drei Paare, deren Beziehung fast am Impfstatus zerbrochen wäre. Bis ihnen der Krieg den Frieden brachte. Nun liegen sie gemeinsam unter einer Decke und fürchten sich gemeinsam vor einem gemeinsamen Feind. Musste Putin wirklich erst mit der Atombombe drohen, damit Menschen wieder zum Frieden finden? Vor meinem Küchenfenster demonstrieren jetzt ehemalige Impfgegner und Impfbefürworter gemeinsam gegen den Krieg. Everybody stands with ukraine. Everybody is gegen the Putin. Wer noch vor wenigen Wochen Putin verstand – Nato-Osterweiterung und so –, der versteht ihn jetzt nicht mehr. Denn ein Putinversteher will nun wirklich niemand mehr sein – und war es eigentlich noch nie. » Ich habe mich geirrt« ist die gehüstelte Losung der Jetzt-Wieder-alles-versteher. Und weil wir Putin nicht verstehen, wie könnte man auch, sprechen wir das Selbstverständliche aus: » Wir verurteilen Putins Krieg.« Und wer nicht schnell genug das Selbstverständliche ausspricht, vielleicht einfach, weil es einem seltsam erscheint, das sich von selbst verstehende auszusprechen, weil sich das Selbstverständliche dem Wesen nach ja von selbst versteht, den fordern wir laut auf, das Selbstverständliche so laut auszusprechen, dass es jeder laut versteht: » Ja, wir verurteilen Putins Krieg.« Und, als wäre es selbstverständlich, sagen wir » Putins Krieg« . Verstünden wir, warum das Wort » Putins« im Satz » Wir verurteilen Putins Krieg« überflüssig ist, würden wir ja nur » Krieg« verurteilen. Egal wo. Und egal, von wem er geführt würde. Krieg wäre Krieg. Aber selbstverständlich verurteilen wir Krieg, egal wo, egal von wem geführt. Aber wenn es doch so selbstverständlich ist, warum sprechen wir es dann nicht aus? Wo wir doch so gut darin sind, das sich von selbst verstehende auszusprechen. Dann wäre Krieg Krieg. Und wenn Krieg Krieg wäre, dann wäre Kriegsflüchtling Kriegsflüchtling. Aber es gibt doch wohl einen Unterschied zwischen schwarzen, alleinreisenden Männern und alleinreisenden, blonden Frauen mit Kindern. Dieser Unterschied ist wiederum so selbstverständlich, dass man ihn nun wirklich nicht aussprechen muss. Alleinreisende, blonde Frauen – welches Bautzner Braunhemd wird da nicht zum Ersthelfer! Wer es bisher nicht im Herzen fühlte, fühlt es jetzt in der Hose. Wer fordert jetzt » eine Armlänge Abstand« zu den Ukrainerinnen? Die Frage ist ungehörig, selbstverständlich. Der Gedanke ist zynisch. Selbstverständlich. Ich spreche es lieber aus, bevor mich jemand dazu auffordert.<br>Selbstverständlich wollen wir helfen. Putins Armee schießt auf Kinderkrankenhäuser. Wer da nicht helfen will, dem ist nicht zu helfen. Trotzdem: Wenn Christen statt Moslems vor der Tür stehen, entdecken wir in unseren Wohnungen überraschend viele freie Ecken. Endlich haben wir die Kriegsflüchtlinge, die wir uns immer gewünscht haben. Weil sie zu uns passen.<br>Als Afghanen an Flugzeugtriebwerken hingen, riefen CDU-Politiker im Wahlkampffieber: »»2015 darf sich nicht wiederholen.«« Das gilt jetzt selbstverständlich nicht mehr. Der innenpolitische Sprecher erklärt in einem Radiointerview: »»Es ist für jeden verständlich, und für mich auch selbstverständlich, dass wir selbstverständlich unseren europäischen Binnenflüchtlingen hier in erster Linie helfen, Schutz und Obhut gewähren.«« Dreimal »»verständlich«« in einem Satz. So selbstverständlich ist inzwischen Rassismus in der CDU. So selbstverständlich, wie selbstverständlich fast der gesamte Bundestag aufsteht und klatscht, wenn der Kanzler einhundert neue Milliarden für den Krieg aus dem Schlüpfer zieht. Die Bundeswehr wurde kaputtgespart. Einhundert neue Milliarden! Die alte Verteidigungsministerin hätte davon eintausend neue Berater angeschafft, die bei einem Stundensatz von zwei Riesen sechs Jahre hätten beraten können, warum den Soldaten Schlüpfer fehlen.<br>Aber wir haben Zeitenwende. Jetzt werden Haubitzen gekauft, Panzer, Munition. Wer da nicht aufsteht und klatscht, der ist für Putins Krieg. Seit den einhundert neuen Milliarden ist der Aktienkurs von Rheinmetall um fünfzig Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum sank der Kurs von Hugo Boss um fünfzig Prozent. Neue Schlüpfer werden es wohl nicht. Unsere Soldaten müssen weiter frieren. Da frieren wir selbstverständlich mit. Für die Sicherheit der Ukraine. Gas von einem Kriegsverbrecher wollen wir selbstverständlich nicht. Aber wenn Krieg Krieg wäre, dann wäre Kriegsverbrecher auch Kriegsverbrecher. Egal wo der Kriegsverbrecher seine Kriegsverbrechen verbricht. Als die USA in Afghanistan abwechselnd Hochzeitsgesellschaften und Ziegenhirten bombardierten, forderte selbstverständlich keiner den Importstopp von Rohöl, IPhones oder Coca-Cola. Tina Turner musste ihre Welttournee nicht absagen, obwohl sie selbstverständlich mit George W. schonmal gemeinsam Weihnachten feierte. Wir stoppen North Stream 2. Die Außenministerin sagt, die Deutschen sind bereit, für die Sicherheit der Ukraine einen hohen Preis zu zahlen. Wegen unserer moralischen Werte. Norbert Röttgen fordert sogar ein Öl-Embargo. Ich bin selbstverständlich dafür. Putin ist ein Kriegsverbrecher und ich bin E-Bike-Fahrer.<br>Aber wenn Kriegsverbrecher Kriegsverbrecher wären, dann wären wir selbstverständlich bereit, auch für die Sicherheit des Jemen einen hohen Preis zu zahlen. Kein Öl mehr aus Saudi-Arabien. Wegen unserer moralischen Werte. Der Preis läge dann bei zwölf Euro den Liter Super. Dann wäre Krieg in Deutschland. Putin bräuchte uns nicht mal mit der Atombombe zu drohen. Unser Frieden wäre in dem Moment vorbei, in dem unsere moralischen Werte unsere moralischen Werte würden. Weil wir selbstverständlich für den Frieden wären. Überall auf der Welt. Auch dort, wo unsere Rohstoffe für unsere Smartphones und Elektroautos liegen. Selbstverständlich wären wir dann für Embargos von Coltan, Nickel, Lithium und Seltenen Erden. Wegen unserer moralischen Werte. Die Frage, was dann ein IPad kosten würde, stellt sich nicht – es gäbe keine IPads mehr. Keine Laptops. Keine Teslas. Elon Musk müsste mit einer Seifenkiste ins Weltall fliegen. Es gäbe keine Thermostate, keine<br>Bitcoins, keine Herzschrittmacher. Nicht einmal E-Bikes. Weil es für unsere Elektronikchips keine Rohstoffe ohne Kriege gibt. Und weil wir für den Frieden sind, wären wir selbstverständlich bereit, ohne all das auszukommen. Das wäre eine Zeitenwende. Wir würden unsere analogen Fotoapparate vom Dachboden holen, Blende und Verschlusszeit schätzen und den Frieden fotografieren. Denn egal wo, Frieden wäre Frieden.</p>
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<p><br>&nbsp;</p>
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